Eingang
Mai 11 2010
Auf Wiedersehen im neuen Kindergarten
Montag, 10. Mai 2010
Nach über 40-jähriger Kindergartenzeit im Gebäude der Evangelischen Kirchengemeinde verabschiedeten sich gestern alle Kinder, Erzieherinnen, aber auch Eltern und Großeltern von Ihrem „alten Kindergarten“ im Ortskern von Winningen. Mit einer kleinen Abschiedszeremonie rundete Frau Ney, die Gemeindepfarrerin den Prozess des Loslassens und Abschiednehmens für die Kinder und Erzieherinnen ab. Schon seit Baubeginn sind die Kinder in alle Phasen des Neubaus einbezogen.

Das Projekt – UNSER NEUBAU –umfasste unter anderem: Regelmäßige Baustellenbesuche, Interviews der Bauarbeiter und Handwerker, bauen mit großen Kartons, Baupläne zeichnen, nach Plänen bauen, Erarbeitung einer Neubaudokumentation, Räume ausleuchten mit Taschenlampen, den Winter an Karneval vertreiben. Der „Baustellenrap“ mit selbst getexteten Strophen zu den einzelnen Handwerkerberufen ertönt täglich in allen Spielräumen, ist allen Eltern bestens bekannt.

In jedem Morgenkreis philosophierten die Kinder darüber, was denn mit den Wänden, dem Spielplatz, den Fenstern, den Spielsachen geschieht. Sogar Tränen flossen bei der Vorstellung, dass alles einstürzen wird. Hier konnten die Kinder die Gefühle, die mit Abschied nehmen verbunden sind, äußern.

Seitdem das Gebäude innen immer bunter und häuslicher wurde, stieg die Vorfreude der Kinder zunehmend, sie freuen sich auf die Helligkeit und Größe in der neuen Heimat. Ganz aktiv haben sich Kinder und Eltern mit Mosaiken und Bildern in die Raumgestaltung eingebracht, so dass uns die Räume schon sehr vertraut sein werden, wenn sich die Türen am 6. April im neuen Kindergarten öffnen.

Die letzten Tage verbrachten wir einerseits damit, Erinnerungsfotos in den Räumen zu fotografieren. Von Lieblingsspielsachen, Ecken die wir nicht mehr sehen werden, Nischen, in denen wir gerne gespielt haben. Diese Fotos werden in Anlehnung an die Ausstellung im Ludwigmuseum – MEMORY TRACES - zu einem Erinnerungshaus verarbeitet, das seinen Platz im neuen Haus finden wird. Andererseits zogen seit Beginn der Woche kleine Gruppen von Eltern und Kindern als Umzugskaravane durch die Straßen und beförderten Kisten und Materialien in Bollerwagen, Schubkarren zur Marktstraße 57a.

In der Marktstraße werden wir in die direkte Nachbarschaft zur Grundschule ziehen. Erzieherinnen und Lehrer werden durch diesen kurzen Weg die bestehenden Vernetzungen kooperativ nutzen, um den Übergang in die Schulzeit auch weiterhin fließend und harmonisch zu gestalten. Die Zusammenarbeit beider Bildungseinrichtungen kann sich intensivieren. Die Vision eines Bildungszentrums von Anfang an kann sich entwickeln.

Ein großer Dank gilt den Verantwortungsträgern und Bediensteten der ev. Kirchengemeinde für die vertrauensvolle und gute Zusammenarbeit im Betrieb und im Kindergartenbeirat und nicht zuletzt für das bis heute gezeigte große finanzielle Engagement auch nach 1996 von Mietfreiheit über Unterhaltungskosten bis zu Bewirtschaftungskosten und den Leistungen des Hausmeisters.

Ein herzliches Auf Wiedersehen und Dankeschön möchten wir auch an unsere bisherigen Nachbarn rund um den Kirchplatz richten, denn sie haben in guter Nachbarschaft alle kleinen und manchmal auch größeren Unbilden die das lebendige, quirlige Kindergartenleben mit sich bringt, angenommen und getragen. In diesem Sinne freuen wir uns schon auf ein gutes Miteinander mit unseren neuen Nachbarn, die schon in der gesamten Bauphase sehr viel Geduld aufgebracht haben.

Dafür danken wir!!

 
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